Sieben Nationalparks in Kalifornien, die Sie sich nicht entgehen lassen sollten


Von Michele Bigley, in Kalifornien ansässige Reisejournalistin

Foto von Getty

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Aktualisiert im Februar 2019

Kaliforniens Nationalparks begeistern unter anderem mit den höchsten Bäumen und den schönsten Tälern der Welt und sind allesamt nationale Schätze. Die kalifornische Autorin Michele Bigley stellt die eindrucksvollsten Nationalparks des Bundesstaats vor.

Auf jeder Reise-Wunschliste: der Yosemite National Park

Wasserfälle, die vertikale Felsformationen herabströmen, von Wildblüten übersäte Wiesen, Sequoia-Haine und reißende Flüsse: Jeder Reisende sollte den Yosemite National Park mindestens einmal im Leben besuchen.

Jährlich strömen vier Millionen Besucher zum Yosemite Nationalpark, die meisten davon im Sommer. In der Hauptsaison bringen Sie kostenlose Shuttles von einer Hauptattraktion im Tal zur nächsten, sei es Yosemite Falls, Half Dome oder Mirror Lake. Die Natur ist hier noch immer so unberührt, dass Sie auf weniger genutzten Wanderwegen ab und zu Bärenjunge sichten können, und das sogar in der Hauptreisezeit. Wer es besonders ruhig mag, kommt am besten im späten Frühjahr oder Frühherbst. Für alle, die statt zu wandern lieber Rad fahren möchten, gibt es insgesamt 21 km gepflasterte Radwege. Übernachten Sie in der Rush Creek Lodge im ruhigeren Teil des Parks, um die Natur in vollen Zügen zu genießen.

Gut zu wissen ... In den ruhigeren Wintermonaten können Sie im Park wunderbar Skilanglauf betreiben und Schneeschuhwanderungen machen. Sie kommen im Sommer hierher, möchten aber Erinnerungsfotos ohne Menschenmengen machen? Dann zelten Sie in den Tuolumne Meadows und machen Sie tagsüber Wandertouren zu versteckten Seen.

Flug nach: San Jose.

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Für Wanderfans: der Sequoia & Kings Canyon National Park

Schnappen Sie sich 20 andere Besucher und umarmen Sie gemeinsam eine der riesigen Sequoien. Wir verraten es Ihnen gleich – selbst als Gruppe werden Sie es nicht schaffen, die Bäume einmal zu umrunden, so gigantisch sind die Naturwunder. Kaliforniens Sequoien sind nicht ganz so hoch wie die mit ihnen verwandten Redwood-Mammutbäume an der Küste. Mit einer Höhe von 85 Metern und einem Umfang von 8 Metern zählen sie aber dennoch zu den größten lebenden Organismen der Welt.

Die beiden Nationalparks Sequoia und Kings Canyon grenzen aneinander, Sie gelangen daher leicht von einem zum anderen. Für Wanderer lohnt sich ein Aufstieg zum Moro Rock mit fantastischer Aussicht. Einer der Pfade führt durch Cedar Grove, wo Sie den Granitfelsen näherkommen können.

Im Winter werden die Straßen durch den Park häufig gesperrt, reisen Sie daher im frühen Herbst an: Die Menschenmassen haben sich verabschiedet, die Blätter präsentieren sich in prächtigen Farben und die Temperaturen sind immer noch mild genug für eine Abkühlung in einem der Flüsse. Die John Muir Lodge ist die perfekte Unterkunft: Das Holzgebäude mit handgearbeiteten Möbeln erwartet Sie an den meisten Tagen mit einem gemütlichen Kaminfeuer in der Lounge.

Gut zu wissen … Gönnen Sie Ihren schmerzenden Muskeln in den Remington Hot Springs Erholung. Diese heißen Quellen am Kern River bieten dank geothermischer Aktivität eine wohlig warme Wassertemperatur – und der Eintritt ist kostenlos.

Flug nach: San Jose oder Los Angeles.

  • Wagen Sie sich an einer der schönsten Küsten Nordamerikas im Channel Islands National Park in die Fluten © Getty

    Folgen Sie dem Schwarm  

    Der Channel Islands National Park auf einem vier Fußballfelder großen Gelände beheimatet eine der größten Meereshöhlen der Welt, die Painted Cave, in der sich durch zahlreiche Felsarten mehrfarbige Effekte ergeben.

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  • Kommen Sie in den malerischen Ebenen des Death Valley National Park ins Schwitzen © Alamy

    Hinter den Kulissen 

    Im fünf Stunden von Hollywood entfernten Death Valley wurden so einige Filme gedreht, von Western mit John Wayne bis hin zur originalen Star-Wars-Saga.

    Aktivitäten in L.A.
  • Entdecken Sie Ihren inneren Hippie im Joshua Tree National Park © Getty

    Porträts im Park 

    Posieren Sie für das ultimative Urlaubsfoto neben dem Skull Rock oder auf dem Keys View und genießen Sie den Panoramablick auf das Coachella Valley.

    Machen Sie einen Roadtrip

Für alle, die die Dinge aus einer anderen Perspektive betrachten möchten: die Redwood National and State Parks

Küsten-Mammutbäume („Redwoods“) werden bis zu 91 Meter hoch und wachsen nur in einem kleinen Gebiet an der Küste Nordkaliforniens (sowie in einer kleinen Region im Süden von Oregon). Die Redwood National and State Parks schützen diese Naturwunder und bieten Besuchern zahlreiche Möglichkeiten, sie zu bestaunen.

Fahren Sie die Avenue of the Giants mit dem Auto oder Fahrrad entlang und machen Sie am Rockefeller Grove für eine Wanderung Halt. Anschließend können Sie durch einen der Küsten-Mammutbäume hindurch in nördlicher Richtung weiterfahren. Gleich hinter der Stadt Eureka liegt direkt am Meer der prähistorische, bei Wanderern beliebte jurassische Wald Fern Canyon. Halten Sie auf den Trails Ausschau nach Elchen, Bären, Falken und Adlern.

Gut zu wissen … Küsten-Mammutbäume gedeihen besonders bei kühler, nebliger Witterung, bringen Sie daher warme Kleidung mit (selbst im Sommer). Verbringen Sie gleich mehrere Tage hier und übernachten Sie im historischen Stadtzentrum von Eureka, in der quirligen Universitätsstadt Arcata oder im Zelt am Ufer eines eiskalten Flusses.

Flug nach: San Francisco oder Oakland

Buchen Sie einen Landausflug für Weine und eine Tour zu den Mammutbäumen ab San Francisco

Für ruhige Stunden: der Lassen Volcano National Park

Lassen Sie die Redwoods hinter sich und fahren Sie in östlicher Richtung zum Vermächtnis der Vulkanausbrüche, die Kalifornien geformt haben. Im Lassen Volcano National Park können Sie alle vier Vulkanarten der Welt auf einmal sehen. Lassen ist der am seltensten angesteuerte Nationalpark der USA und eignet sich ideal für Reisende, die sich fernab der Menschenmengen in der Natur erholen möchten – oder besser gesagt, inmitten blubbernder hydrothermischer Quellen und qualmender Erdspalten.

Da der Park im Nordosten des Bundesstaats recht isoliert liegt, zelten die meisten Besucher direkt auf dem Gelände, Tagesausflüge sind jedoch ebenfalls möglich. Besuchen Sie unbedingt die brodelnden Schlammbecken in Devils Kitchen, wandern Sie durch die Devastated Area (lassen Sie sich vom Namen nicht abschrecken) und picknicken Sie am Ufer des Manzanita Lake.

Gut zu wissen … Die meisten Parks schließen bei winterlicher Witterung (ich wurde sogar schon im Mai aufgrund von Schneefällen abgewiesen) – die perfekte Reisezeit ist somit der Spätsommer, da es dann auch nicht mehr so voll ist.

Fliegen Sie nach: San Francisco oder Oakland und leihen Sie ein Auto.

Fahren Sie die Avenue of the Giants mit dem Auto oder Fahrrad entlang (durch einen Küsten-Mammutbaum hindurch!) und machen Sie am Rockefeller Grove für eine Wanderung Halt.

  • Entdecken Sie den eindrucksvollen Redwood State & National Park © Getty

    Baumhoch 

    Der Redwood National Park ist für seine außergewöhnlichen Wälder bekannt und beheimatet die höchsten Bäume der Welt, die spektakulären, bis zu 100 Meter hohen Küsten-Mammutbäume.

    Entdecken Sie San Francisco

Zum Beobachten von Meerestieren: der Channel Islands National Park

In diesem Archipel vor der Küste von Santa Barbara finden Sie vom Aussterben bedrohte Tiere, ruhige Strände und Meereshöhlen. Sie können von Santa Barbara oder Ventura aus einen Tagesausflug machen oder auf Santa Cruz Island campen.

Tierfreunde besuchen am besten Point Bennett auf San Miguel Island, wo sie im Sommer und Herbst Seeelefanten sichten können (diese Tiere ziehen Weiße Haie an, begeben Sie sich daher nur unter Vorsicht ins Wasser). Kajakfahrer können die von Seelöwen, Seerobben und Delfinen bevölkerten Gewässer von einer Insel zur nächsten überqueren, während Taucher am besten einen Ausflug zum Tangwald von Anacapa machen.

Gut zu wissen … Sie möchten nicht nass werden? Dann melden Sie sich zu einer Walbeobachtungstour an, bei der Sie die fünf Inseln aus der Ferne betrachten können (kontaktieren Sie hierzu Island Packers).

Flug nach: Los Angeles.

Für Künstler: Joshua Tree National Park

Der Joshua Tree National Park liegt zwischen der Colorado- und Mojave-Wüste. In dieser einmaligen Landschaft dienen das eindrucksvolle Licht und bizarre plastische Pflanzen (Josuabäume gehören zur Familie der Palmlilien) schon lange als künstlerische Inspiration. Gleich bei der Einfahrt in den Nationalpark gibt es sogar einen einzigartigen Skulpturenpark, das Joshua Tree Outdoor Museum.

Einmal im Park angekommen, lohnt sich eine Wanderung durch die „Joshua Trees“ bis hoch auf den Mastadon Peak. Von hier aus haben Sie einen fantastischen Blick auf Salton Sea, einen riesigen Salzsee in südlicher Richtung. Weitere tolle Ausblicke bieten sich Ihnen in der Nacht: Der Park zählt zu den „Dark Sky Preserve“-Gebieten, und Sterngucker aus aller Welt versammeln sich hier in der Dunkelheit, um Meteoritenschauer zu bestaunen. Übernachten Sie im in der Nähe gelegenen Palm Springs im Westin Mission Hills Golf Resort And Spa: Von hier aus ist der Park nur eine knappe Autostunde entfernt.

Gut zu wissen … Musikfans sollten „Pioneertown“ ansteuern, eine „unechte Stadt“, die in den 40er-Jahren als Filmkulisse für Westernfilme erbaut wurde. Heute haucht ihr Pappy and Harriett’s Pioneertown Palace neues Leben ein: Eine Countrymusik-Bar mit Barbecue-Speisen am Rande der Stadt. Paul McCartney, die Arctic Monkeys und Ke$ha haben bereits in diesem einzigartigen, verschrobenen Lokal gespielt.

Flug nach: San Diego oder Los Angeles.

Für Sterngucker: der Death Valley National Park

Dieser Nationalpark ist im Sommer möglicherweise Nordamerikas heißester Ort. Von November bis Anfang April herrschen hier jedoch angenehmere Temperaturen, die Wanderer zu einer Tour durch das Death Valley mit dem tiefsten Punkt der USA einladen.

Da hier nur minimaler Niederschlag fällt, bietet der nächtliche Sternenhimmel die beste Show des Universums. Machen Sie eine Wanderung zum Badwater Basin (dem tiefsten Punkt der USA) oder zu den Mesquite Flat Sand Dunes, von wo aus Sie den Sternenhimmel besonders gut sehen können.

Übernachten Sie in der Furnace Creek Lodge mit charmanten Zimmern und dem obligatorischen Pool.

Gut zu wissen … Tagsüber können Sie den Devil’s Golf Course oder den Artist’s Drive erkunden (Informationen zu den Bedingungen auf den Wanderwegen erhalten Sie im Furnace Creek Visitor Center). Versuchen Sie abends, vom Dante’s View aus die Gebirgskette Sierra Nevada zu erspähen und genießen Sie den wunderschönen Sonnenuntergang über dem Zabrieskie Point.

Flug nach: Los Angeles und mieten Sie ein Auto, oder nach Las Vegas.